Liebe Leserinnen und Leser,

mit der japanischen Reaktorkatastrophe von Fukushima ist ein zweites Tschernobyl – Ukraine 1986 – über, man muss es so sagen, die Menschheit hereingebrochen. Das ganze Ausmaß dieser Katastrophe ist noch gar nicht absehbar, weder materiell noch „physikalisch-technisch“ und schon gar nicht „human“. Analoge Schlüsse lassen sich von Tschernobyl her ziehen, dessen Folgen in ihren schlimmsten Ausprägungen überhaupt erst jetzt (medial) bewusst gemacht zu werden scheinen. Offenbar hat man damals doch nicht alles richtig „mitbekommen“, zumindest wusste man bis jetzt, da man es noch einmal im Fernsehen sieht, nicht, wie schlimm das alles wirklich war, ja, immer noch ist. Und das wird jetzt so oder ähnlich auch auf Japan zukommen.

Für die Opfer in Japan werden bereits Spenden gesammelt, der Deutsche Caritasverband hat als Soforthilfe 300.000,– Euro bereitgestellt und wird wohl noch gut zwei Millionen Spendengelder nachschieben.

Unser Caritasverband München-Freising hilft seit mindestens 15 Jahren strahlengeschädigten Kindern aus bedürftigen Familien in der Ukraine. Das dürfte schon die zweit Generation sein, die beim Reaktor-Gau von Tschernobyl noch gar nicht geboren war – Kinder mit Schilddrüsenauffälligkeiten, mit nicht ganz so guten Blutwerten, einfach immer ein bisschen blass, oft müde, sonst ganz normal. Die Rede ist nicht von Kindern, die mit Missbildungen geboren werden. – Wirklich gute medizinische Versorgung zahlt man in der Ukraine selber, Fleisch, frisches Obst und Gemüse sind teuer. Viele Mütter ziehen ihre Kinder ohne Vater auf, viele Väter lieben den Wodka, vielleicht weil sie ihre Kinder noch mehr lieben und ihnen trotzdem nicht wirklich helfen können ….

Die römisch-katholische Caritas „Spes“ der Ukraine veranstaltet seit Jahren für inzwischen mehr als 3.000 solcher Kinder medizinisch betreute und wenn notwendig auch versorgte Ferien von drei Wochen. Dieses Ferienprojekt kostet gut eine viertel Milllion Euro. Caritas München hilft, diese Ferien mitzufinanzieren.

Wie eigentlich jedes Jahr, komme ich auch vor diesem Sommer wieder zu Ihnen und bitte um Ihre Hilfe für diese Kinder. Mit 30 Euro finanzieren Sie eine Wochen Ferien für ein Kind, mit 90 Euro die gesamten Ferien von drei Wochen.

Trotz Fukushima fühlen wir uns weiterhin den von Tschernobyl betroffenen Kindern verpflichtet, den Waisen- und Straßenkindern von Bukarest, Ternopil und Lemberg, den behinderten Kindern in Rumänien, der Ukraine oder Montenegro, den albanischen Binnenflüchtlingen und kranken Gefängnisinsassen und den Bedürftigen auf dem Balkan. Und trotz Fukushima bitten wir Sie wieder und immer noch um Ihre Hilfe und Unterstützung.
Bitte, helfen Sie uns mit ihrer Spende, damit wir dort helfen können, wo unsere Hilfe immer noch gebraucht wird.

Mit meinem aufrichtigen Vergelt´s Gott grüße ich Sie herzlich
Ihr
Hubertus Janas
Leiter Hilfsprojekte im Ausland

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Ukraine

2 Antworten zu Liebe Leserinnen und Leser,

  1. Vielen Dank für Ihren Kommentar,
    das Problem scheint mir tatsächlich der globale oder zumindest europaweite Umgang mit Kernenergie zu sein. Was nützt eine bundesweite Abschlatung unserer Reaktoren, wenn an den Grenzen zu Frankreich oder Tschechien oder in Weißrussland ein Störfall eintritt. Davon wären wir ebenso betroffen wie von einem GAU im eigenen Land.
    Hubertus Janas

  2. Es stimmt – und erschreckt: Fukushima hat das Ausmaß von Tschernobyl erst richtig ins “kollektive Bewusstsein” gebracht. Wollten wir, wollten unsere Medien die Informationen vorher nicht haben, senden, sehen? Hoffentlich sind die entschlussbereite Betroffenheit von Regierenden auf der einen und die Problemoffenheit von Energiekonsumenten auf der anderen Seite so nachhaltig, dass wirklich etwas verändert wird, energiepolitisch. Global. Hoffentlich bewegt die Erinnerung an das heute noch große Leid zu großem Engagement – auch und wieder für die Kinder in der Ukraine.

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